Book Review: Mildred Scheel – Erinnerungen an meine Mutter

Heute habe ich eine etwas andere Buchempfehlung für euch: Biographien sind normalerweise nicht die Bücher, zu denen ich sofort greife. Irgendwie dachte ich immer, dass ich es eher uninteressant finde, etwas über das Leben von anderen Menschen zu lesen. Das Buch hier hat mir aber definitiv gezeigt, wie falsch ich lag. An dieser Stelle noch einmal vielen Dank an meine Tante, die mich dazu gebracht hat, dieses Buch überhaupt zu lesen.

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Geschrieben wurde es von Cornelia Scheel, die Tochter von Mildred Scheel, die über das Leben ihrer Mutter schreibt. Und tatsächlich war und ist Mildred Scheel eine bekannte Persönlichkeit, die mir vor diesem Buch aber auch nichts gesagt hat. Das ist das Erste, was mir dieses Buch vor Augen geführt hat: Wie wenig ich doch tatsächlich über die Geschichte meines eigenen Landes weiß. Gewissermaßen war Mildred Scheel für einige Zeit nämlich unsere First Lady und war nicht nur in diesem Zeitraum eine einflussreiche Frau.

Das ist auch schon das Zweite, was mich an diesem Buch wirklich sehr fasziniert hat. Der Leser lernt Mildred Scheel durch die Augen ihrer Tochter kennen, die ein sehr einzigartiges Verhältnis zu ihrer Mutter hatte. Und nachdem ich das Buch fertig gelesen hatte, habe ich mir wirklich gefragt, wie ich noch nie etwas von dieser (wirklich bewundernswerten Frau) gehört haben konnte. Ihr Leben und auch das, was sie geleistet hat, hat mich wirklich sehr beeindruckt. Wusstet ihr zum Beispiel, das Mildred Scheel die Deutsche Krebshilfe gegründet hat? In einer Zeit, in der man noch dachte, dass Krebs sich von Mensch zu Mensch übertragen lässt, es eher sehr geringe Heilungschancen gab und das Thema ein großes Tabu war, muss es eine unfassbar große Aufgabe gewesen sein. Umso bewundernswerter finde ich, was Frau Scheel auf diesem Feld geleistet hat – und umso tragischer ist es, dass sie selbst so früh an dieser Krankheit gestorben ist. Das Buch hat mir in dieser Hinsicht vor Augen geführt, wie viel man als einzelner Mensch doch leisten kann, wenn man sich engagiert – und dass ich mich selbst wohl auch viel mehr für Dinge engagieren sollte, die mir am Herzen liegen.

Und die dritte Sache, die mich wohl rückblickend am Meisten bewegt hat, während ich das Buch gelesen habe: Die Vorstellung, wie sehr es schmerzen muss, einen Menschen zu verlieren, den man so sehr liebt. Und ich bin mir sicher, dass ich es mir gar nicht wirklich ausmalen kann, wie sich so etwas anfühlt. Diese Geschichte aus der Perspektive einer Tochter zu hören, die ihre Mutter viel zu früh verloren hat, ist mir sehr unter die Haut gegangen. Und es führ dem Leser nur vor Augen, was eigentlich jeder von uns weiß, aber irgendwie doch immer wieder vergisst: Man sollte nichts als selbstverständlich erachten, weder einen Menschen, noch die Möglichkeit, dass man mit ihm noch Zeit verbringen kann. Klingt banal, oder?

Das Buch ist wirklich sehr einfach geschrieben, deshalb kann man es auch sehr gut und schnell lesen. Cornelia Scheel schafft es, ihre Mutter aus einer emotionalen Perspektive zu beschreiben, aber gleichzeitig auch Erinnerungen anderer Menschen an ihre Mutter mit einfließen zu lassen – so erfährt man unfassbar viel über Mildred Scheel und ihr Leben. Ich finde das, was sie geleistet hat und ihre Person selber sehr faszinieren und vor allem hat mich das Buch sehr dazu motiviert, mir darüber Gedanken zu machen, was ich in meinem Leben leisten will. Jeder von uns kann so viel bewirken – ob im großen Stil oder eher in einer kleinen Version ist dabei völlig egal. Die Kraft, etwas Großes zu Leisten, liegt in jedem von uns, das ist vor allem das, was mir dieses Buch gezeigt hat. Und ich möchte noch mal betonen, dass ich damit nicht meine, dass jeder von uns den Weltfrieden herbeiführen kann, oder ein Heilmittel für Krankheiten finden muss, etwas Großes kann auch etwas ganz Kleines sein.

Kennt ihr auch Biografien, die euch nachhaltig beschäftigt und beeindruckt haben? Immer her mit euren Buchempfehlungen!

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