Blush!

Wenn ich daran denke, wie schnell mir früher etwas peinlich war, das ist mir das schon fast wieder peinlich. Bei jeder sich bietenden Gelegenheit stieg mir die Schamesröte ins Gesicht. Der Versuch es irgendwie zu unterdrücken oder herunterzuspielen, hat es fast noch schlimmer gemacht.

Heute passiert mir das nicht mehr so schnell. Auch wenn es etwas ganz natürliches ist, wollte ich nicht mehr ständig peinlich berührt sein. Und ohne großartig aktiv etwas zu ändern, hat sich dieses Gefühl bei mir normalisiert.

Erst letztens wollte ich in einer zähen Vorlesung snappen, habe jedoch vollkommen übersehen, dass der Blitz noch an war. Ein paar um mich herum, drehten sich zwar um, der Rest des Hörsaals schien es aber überhaupt nicht zu interessieren. Also auch kein Grund, dass mir das peinlich ist, oder? Sehe ich genauso, heute kann ich damit gelassen umgehen. Auch wenn unsere Busfahrer, die die Pendlerbusse zwischen den Campi fahren, mal wieder ihre Rennkünste auf die Probe stellen und ich in der Kurve fast auf dem Schoß eines anderen Studenten lande, kann ich das heute mit einem Lächeln abtun.

So etwas passiert halt.

Dieser Moment...#peinlich

Zugegeben, das sind harmlose Geschichten. Aber abhängig davon, wie man gestrickt ist, kann einen, ja darf einem das peinlich sein. Scham ist ein Gefühl wie jedes andere und ich bin immer dafür, Gefühle offen zuzulassen.

Wie ich gelassener geworden bin? Vielleicht, weil ich jedes Fettnäpfchen schon auf Entfernung – auch ohne Brille – mit Adleraugen ausfindig mache, dann noch einmal ordentlich Anlauf nehme, und anders als gewöhnlich mit Bravour treffe. Glaubt mir, ich kann das. Über einen Dozenten lästern, während dieser nur wenige Schritte hinter mir her geht? Ich kann das.

Aber genauso, wie ich finde, dass man das Gefühl der Scham zulassen darf, sollte man dann auch dazu stehen. Dazu stehen, dass man eben so empfindet. Und vor allem auch zu der Tat stehen, die einen so empfinden lässt. Und die Situation dann vielleicht galant ins Positive wenden? Lästern kann man übrigens wunderbar in konstruktive Kritik verwandeln.

Nadine
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