Momente, so zerbrechlich und schön

Einen grünen Daumen habe ich definitiv nicht, aber ich erfreue mich immer mehr an schönen Blumensträußen und hartnäckigen Kakteen im Zimmer. Und ja, auch ich würde mich freuen, hin und wieder ein Blümchen von meinem Freund geschenkt zu bekommen. Früher habe ich den Hype um Blumen nicht verstanden. Schließlich verwelken sie eh spätestens nach einer Woche. Wofür dann das ganze Geld ausgeben?

Flowers 1

Wenn jetzt im Frühling die Bäume langsam grün werden und die ersten Blüten sprießen, steigt meine Laune immens. Tulpen, Stiefmütterchen, Osterglocken – wie bunte Farbtupfer erwecken sie die graue Welt wieder zum Leben.

Es wird Sommer. Rosen, Pfingstrosen und Lavendel zeigen sich von ihrer schönsten Seite. Vielleicht bin ich da auch ein weiteres Mal ein Social Media Opfer aber Pfingstrosen sind definitiv meine liebsten Blumen.

Ich habe Blumen schätzen gelernt. Sie gehören zu den wunderschönen kleinen Dingen, die den Alltag hübscher machen. Sogar im Winter bringt die Natur noch frisches Grün hervor. So ein schöner Kontrast zum weißen Schnee. Aber an den Winter möchte ich jetzt noch nicht denken.

Die fragilen Blütenblätter, der sanfte Duft – ich glaube, allein diese Eigenschaften machen Blumen so beliebt. Sie sind in ihrer Verletzlichkeit wunderschön und genau dafür schätzen wir sie. Blumen sind aber nur ein Beispiel, eine Metapher der ich mich heute bediene. Viel mehr meine ich vermeintliche Kleinigkeiten, die ich erst zu schätzen weiß, seit ich „älter“ bin und zu wissen glaube, worauf es im Leben ankommt.

Flowers 2

Es ist doch so: Wir brüsten uns nicht mehr wie Kleinkinder mit unseren neusten Spielzeugen, sondern tauschen uns über unsere Erfahrungen und Sorgen aus. Seit dem Studium geht jeder meiner Freunde einen anderen Weg, ein Treffen zu organisieren ist manchmal mehr als schwierig. Wenn wir uns dann sehen, zählt quasi jeder Moment. Ich nehme Zeit ganz anders wahr. Wie oft fällt der Satz: Wie schnell die Zeit vergeht. Und es ist wirklich so. Deswegen versuche ich jeden Moment so intensiv wie möglich wahrzunehmen, denn auch diese sind wie Blumen vergänglich.

Wir haben unsere Spielzeuge durch Erfahrungen und Errungenschaften ersetzt. „Mama, schau mal was ich kann!“ Ich ertappe mich entweder dabei, dass ich mit meinem Wissen, mit dem, was ich „erreicht“ habe prahle oder dass ich zu bescheiden abwinke. Als Kind war doch so einiges einfacher. Wir haben nicht so viel nachgedacht und dadurch schöne Momente zerstört. Wir haben einfach gemacht. Gelebt. Uns den Moment genommen, ihn zu unserem gemacht, genau so wie wir es gerade wollten und genossen.

Vielleicht bekommen wir deswegen so gerne Blumen geschenkt. Weil sie uns zeigen, wie schön das Hier und Jetzt ist und dass wir genau das wertschätzen sollten.

Nadine
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2 Gedanken zu “Momente, so zerbrechlich und schön

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