Nach vorne und nicht zurück

Overthinking kills your happiness. Kennt ihr, kennt ihr alle, oder nicht? Vor Kurzem habe ich noch ein Gespräch mit jemandem geführt, so ein Gespräch von dem man nicht will, dass es endet. Und irgendwann sagte ich ganz selbstbewusst: Du, denk doch nicht so viel nach, overthinking kills your happiness. Und im nächsten Moment schüttle ich innerlich den Kopf über mich selbst. Line, grade du solltest diesen Ratschlag niemandem geben. Oder erst lernen dich selbst dran zu halten.

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Denn wenn ich mal genauer darüber nachdenke (und da haben wir es schon wieder, ich denke eben zu viel), fällt mir auf, dass ich mir meinen eigenen Ratschlag wirklich zu Herzen nehmen sollte. Etwas passiert, ich handle, die Situation ist vorbei – und dann fängt es für mich erst richtig an. Immer und immer wieder denke ich darüber nach – was hast du gesagt, wie hast du es gesagt, was hast du gemacht, hättest du nicht vielleicht lieber das sagen und machen sollen – und irgendwann ist es so weit, dass ich aus dem nichts ein Problem geschaffen habe. Ein Problem, das eigentlich anfangs gar nicht da war. Wieso ist das so? Wieso halte ich an einem Verhalten von mir fest, dass mir doch anscheinend nichts mehr als Kopfzerbrechen bereitet – und das im wahrsten Sinne des Wortes. Wer nämlich auch zum overthinking neigt, der weiß wie kraftraubend das ist.

Vor kurzem hatte ich Geburtstag – wieder ein Jahr vorbei, 365 Tage und mindestens doppelt so viele Situationen in denen ich Gespräche, Begegnungen, Diskussionen im Kopf wieder und wieder durchgegangen bin. Und dann ist mir plötzlich klar geworden, wie viele schöne Momente ich mir dadurch zerstört habe. Mit eigener Kraft, die ich in so viel bessere Dinge stecken könnte. Diese Gewohnheit, die wie ein großer Schatten über mir schwebt, alles einnimmt und wunderschöne Momente infiziert – sie muss einfach weg, ohne sie geht es mir so viel besser.

Für mich fängt es damit an, dass ich anfange nach vorne zu blicken. Ich bin zwar ein positiv gestimmter Mensch, aber das Überdenken hat mich regelmäßig dazu gezwungen einen Blick über die Schulter nach Hinten zu werfen – auf Dinge, die längst passiert sind, auf Sache, die längst gesagt worden sind oder, die eben nicht gesagt worden sind. Auf Dinge, die sich nicht mehr ändern lassen. Und das ist eben der Punkt: Wieso zerbreche ich mir den Kopf immer und immer wieder über Dinge und Situationen, die sich, egal wie viel ich nachdenke, nie ändern lassen? Wozu denn dann die Mühe? Ich hätte dies tun können, ich hätte das sagen können, ich hätte diese und jene Chance ergreifen können, ich hätte vielleicht mitfühlender klingen sollen, ich hätte meinen Standpunkt klarer machen können – aber ich habe es eben nicht. Und das ist okay. Kopf aus, nicht mehr nachdenken über das, was nicht mehr zu ändern ist. Das ist verlorene Mühe. Nach vorne gucken und nicht zurück.

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Nach vorne und nicht zurück, nach vorne und nicht zurück, nach vorne und nicht zurück. Overthinking kills your happiness.

Line

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Ein Gedanke zu “Nach vorne und nicht zurück

  1. Pingback: Ratio und Bauchgefühl | multiperspektiv

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