Vom Fernweh und der Heimatliebe

Wanderlust kommt aus dem Mittelhochdeutschen und bezeichnet die „Lust am Wandern, den steten inneren Antrieb, sich zu Fuß die Natur und die Welt fern der Heimat zu erschließen.“

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(Verzeiht mir, dass ich an dieser Stelle Wikipedia zitiere. Ich tu’s nie wieder, versprochen.)

Ich liebe meine Heimat, das tue ich wirklich. Ich wohne ganz am Rand des Sauerlandes, es ist bergig, grün und wunderschön. Ich liebe die Aussicht aus unserem Garten, wenn man über die Berge und das Tal gucken kann (Ich mag übrigens ebenso den Ruhrpott, an dessen Rand wir auch leben, haha). Aber mindestens genauso liebe ich das Reisen. Mich packt regelmäßig das Fernweh und dieses Gefühl zu beschreiben, ist wirklich schwer. Es ist die Gewissheit, dass überall da draußen so viel wartet, das entdeckt werden will. So viele Orte, an denen ich noch nicht war, so viele Orte, die ich noch nicht gesehen habe. Und dieses Gefühl ist fast schon eine schmerzliche Sehnsucht – deshalb heißt es wahrscheinlich auch Fernweh.

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Zu erklären, was mich am Reisen am meisten reizt, ist nicht leicht. Es fängt schon bei dem Gefühl vor dem Reisen an. Diese Vorfreude, bald etwas neues zu entdecken, auf Straßen zu laufen, auf denen man noch nie war. Meistens kann ich die Nacht vorher nicht mal richtig schlafen vor Aufregung. Und wenn es dann richtig los geht, kann ich es schon kaum mehr abwarten. Und egal wo es dann hin geht, eins bleibt gleich: Das Gefühl die Welt neu zu entdecken, als läge sie einem zum Füßen. Zu wissen, dass man bald Wege geht, die man noch nie gegangen ist, Dinge probieren wird, die man noch nie gegessen oder getrunken hat.Ich bin zu neugierig, als dass es mir reichen würde, nur mein gewohntes Umfeld der Welt zu sehen. Ich will Menschen kennen lernen, fremde Sprachen hören, fremde Kulturen kennen lernen, unbekannte Landschaften sehen, atemberaubende Architekturen bewundern. Ich finde es gibt keine bessere Art Länder wirklich kennen zu lernen, als einfach durch eine Stadt zu schlendern, einen Kaffee zu trinken, sich in einen Park zu setzten, schöne Ecken zu entdecken und ja, ich mag es auch in Museen zu gehen. Das National Museum in London zum Beispiel war der Wahnsinn. Nicht zu toppen war aber die National Gallery. Ich könnte Tage darin verbringen. Ich möchte mehr von einem Land oder einer Stadt sehen, als das Hotelzimmer, den Strand oder irgendwelche Clubs. Ich will etwas von dem Ort erfahren, an den ich reise, ich will das Leben dort leben.

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Ich kann mich dabei auch gar nicht entscheiden, welche Art von Urlaub ich schöner finde. Mit Städtereisen verbinde ich einfach unfassbar viel, es ist der Urlaub, der mich am meisten mit meinen Freundinnen vereint. Unser erster richtiger Urlaub in die Welt hinaus ging nach London. Wir waren grade mal 18 und fühlten uns so unglaublich erwachsen, weil wir die Welt entdeckten. Strandurlaub hat aber definitiv auch seine schönen Seiten, einfach am Strand liegen und fremde Kulturen kennen lernen. Und die Liebe zum Skiurlaub teile ich mit meiner Familie. Ich glaube wer einmal im Leben im Tal eines Gletschers gewohnt hat und morgens über den unberührten Schnee gefahren ist, kann gar nicht anders, als es für traumhaft schön zu befinden. Ich als Winterliebhaber finde das ja sowieso wunderbar!

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Aber was haben alle diese Urlaube gemeinsam, dass sie für mich so einzigartig macht? Was macht die Reiselust aus? Während ich hier sitze, auf meiner Couch zwischen Kerzen und mit Weihnachtspunsch in der Tasse, in dem Haus, dass ich mein zu Hause nenne, komme ich zu dem Schluss, dass es vor allem das Gefühl ist, frei zu sein. Dieses Gefühl von absoluter und unbeschwerter Freiheit. Verursacht durch die Gewissheit, dass man loszieht um etwas völlig neues zu entdecken – und die Gewissheit, dass man einen Platz hat, zu dem man zurückkehren kann. Heimat. Wusstet ihr, dass das deutsche Wort Heimat in seiner Bedeutung nahezu einmalig ist? Klar, es gibt im englischen home, aber das bedeutet doch mehr zu Hause, als Heimat. Zum Reisen gehört für mich eben nicht nur, etwas neues zu entdecken und wegzugehen, sondern auch, dass man zurückkehrt, zu dem Ort, der für einen Heimat ist. Denn seien wir mal ehrlich – zu reisen ist wunderbar, wahrscheinlich sogar das Beste, wofür man sein Geld ausgeben kann. Aber wisst ihr was unbezahlbar ist? Nach Hause zu kommen und zu merken, dass man vermisst wurde.

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Ein Gedanke zu “Vom Fernweh und der Heimatliebe

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