Wenn es schmerzt, wo das Herz sitzt

Mit manchen Dingen im Leben rechnet man. Und mit manchen nicht. Und von einer Sekunde auf die andere ist alles anders. Oft zeichnet sich die Veränderung vorher ab, aber trotzdem treffen sie einen unvorbereitet. Mitten in die Magengegend oder ins Herz.

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Ist es nicht komisch, dass beim Herzschmerz wirklich das Herz schmerzt? Wie schmerzliche Gedanken zu Schmerzen des Körpers werden? Man hat das Gefühl, nicht mehr richtig Luft zu kriegen, obwohl man atmet. Der Magen knurrt, aber man kann nichts essen. Der Kopf schmerzt, aber man kann nicht aufhören zu denken. Und es tut wirklich da weh, wo das Herz sitzt. Irgendwann hat man alle Tränen verbraucht, die in einem stecken – jedenfalls kommt es einem so vor. Und irgendwann ist man auch gezwungen, die sichere Höhle zu verlassen, die sich Bett nennt. Sicher vor Gedanken ist man hier natürlich auch nicht, aber es ist der Ort, an dem man schlafen kann. Nur die Träume hat man nicht unter Kontrolle. Am schlimmsten sind die Gedanken am Abend, wenn es dunkel ist und einem der Sonnenschein nicht die Laune heben kann. Die Zeit, bis man endlich eingeschlafen ist, erscheint einem dann ewig. Mindestens genauso schlimm ist es, wenn man aufwacht. Der erste Moment, in dem man die trügerische Sicherheit verspürt, dass alles okay ist. Und diese Sekunde, in der einem alles wieder einfällt. Und man möchte sofort wieder einschlafen. Denn das bedeutet, dass die Zeit schnell vergeht, ohne dass man nachdenken muss. Und es schmerzt da, wo das Herz ist.

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Und irgendwann öffnet man die Augen. Irgendetwas ist anders, aber man braucht ein paar Sekunden, um zu bemerken, was fehlt. Es war die erste Nacht, in der man nicht mehr davon geträumt hat. Und es wird der erste Morgen folgen, an dem man nicht mehr an das, was passiert ist, gedacht hat – zumindest nicht sofort. Und daraufhin folgt der erste Tag, an dem es nicht dort schmerzt, wo das Herz sitzt. Als hätte sich der Nebel im Kopf gelichtet. Als wäre man wieder ein Stückchen mehr man selbst.

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