Türchen 13: Besinn‘ dich

Kuscheldecke, brennende Kerzen am Adventskranz, eine Kanne Tee, selbstgebackene Plätzchen, Kevin allein zu Hause im Fernsehen und einfach einen kuscheligen Abend auf dem Sofa verbringen – So sieht für mich der perfekte Abend im Advent aus.

multiperspektiv Weihnachtsheader 2015_13

Die Zeit der Besinnlichkeit artet jedoch nur allzu schnell in Stress und Hetzerei aus. Ich gebe es ja zu, auch ich habe noch nicht alle Geschenke beisammen und der Gedanke, dass ich noch 11 Tage habe, um alles zu besorgen, stresst mich innerlich sehr. Für das Plätzchenbacken haben wir bis jetzt keine Zeit gefunden. Dann muss eben der Lebkuchen herhalten, der seit August „frisch“ in den Regalen der Supermärkte steht. Keine Zeit. Das habe ich in den letzten Wochen nur allzu oft gesagt. „Keine Zeit. Ich muss noch eine Präsentation beenden.“ „Keine Zeit. Ich muss arbeiten.“ „Keine Zeit. Die Hausarbeit schreibt sich leider nicht von alleine.“ Und dann ist da immer noch die Stimme im Hinterkopf, die einen täglich daran erinnert, dass man eigentlich auch schon mit der Recherche für die Bachelorarbeit angefangen haben sollte. Und was will ich nun eigentlich nach dem Bachelor machen? Welcher Master passt zu mir? Und überhaut wo? Unistress vom feinsten. Aber wer kennt das nicht.

Besinnlichkeit – die ist in diesem Advent bis jetzt deutlich zu kurz gekommen. Wahrscheinlich wird davon auch bis zum 22. Dezember, wenn die Ferien endlich anfangen, noch nicht so viel davon zu spüren sein. Aber dann möchte ich endlich einmal abschalten, ohne schlechtes Gewissen abends nur auf der Couch sitzen und keinen Gedanken an die To-Do-Liste verschwenden. Ich bin ein sehr gewissenhafter und perfektionistischer Mensch. Wenn ich etwas zu erledigen habe, dann bin ich nicht eher zufrieden, bis ich das Gefühl habe, dass alles zu 100% stimmt. Und das wird mir leider zu oft zum Verhängnis. Warum rennen wir eigentlich stets irgendwelchen Idealen hinterher und lassen uns von dem Gedanken stressen, dass wir noch nicht alles mögliche getan haben?

 Collage_Cozy_Besinn dichBesinn Dich_Tee

Ich habe jetzt noch genau zwei Hausarbeiten, eine Präsentation und drei Klausuren in diesem Semester vor mir. Dann „nur“ noch die Bachelorarbeit und ich habe meinen Bachelor in der Tasche. Die ganze Zeit über habe ich alles gegeben. Ich habe mich voll reingehangen und ja, es hat sich ausgezahlt. Ich bin mit meinen Ergebnissen sehr zufrieden. Ich bin stolz auf mich. Wenn ich mich auf das, was ich bis jetzt erreicht habe, besinne, dann kann ich das ruhig auch mal mir selber eingestehen. Und das gibt mir Kraft. Oft schon habe ich mich ausgelaugt gefühlt, jedes Semester aufs Neue gedacht: „Das ist das anstrengendste Semester von allen.“ Und doch habe ich es immer geschafft, die Herausforderungen meistern und dabei meinen Ansprüchen gerecht zu werden.

Vielleicht ist die Adventszeit auch deswegen eine Zeit der Besinnlichkeit, weil man dann auf das Jahr zurückblicken kann und sich selber wertschätzt. Wir sind am Ende eines jeden Jahres nicht mehr die Person, die wir zu Beginn waren, weil das Leben uns Dinge beigebracht hat. Wir sind an unseren Aufgaben gewachsen und dürfen deswegen auch zu uns selber sagen: Ich bin stolz auf mich.

Nadine

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