Freundschaft

Freundschaft: die; -en gute, enge Beziehung; herzliche Verbundenheit zwischen Menschen, die sich gerne mögen u. vertrauen, Ant.: Feindschaft. So definiert der Duden die Freundschaft. (…) Im wahren Leben würde ich vier Menschen als meine Freunde bezeichnen.“ – Nadine

„Freundschaft. Dazu fällt mir so viel zu ein, aber es zu erklären ist schwierig. Sie ist so vielfältig, alle meine Freundschaften haben viel gemeinsam und doch sind sie oft auf ihre einzigartige Weise unterschiedlich.“ – Line

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Freundschaft: die; -en gute, enge Beziehung; herzliche Verbundenheit zwischen Menschen, die sich gerne mögen u. vertrauen, Ant.: Feindschaft

So definiert der Duden Freundschaft. Auch viele schlaue Menschen der Zeitgeschichte haben sich schon an Erklärungen des Begriffs versucht. Von Aristoteles bis Otto von Bismarck ist so einiges zu finden, wenn man bei Google „Freundschaft Zitate“ eingibt. Eins jedoch ist mir besonders ins Auge gesprungen. Es stammt von jenem Mann, der Freundschaft zu einer Geschäftsidee machte und damit das erfolgreichste Soziale Netzwerk schuf: Mark Zuckerberg. Zuckerbergs Vision ist einfach: Alle Menschen sollen immer und überall miteinander vernetzt sein. Wir sollen alle Freunde werden. Das deckt sich nicht so ganz mit der Duden-Definition von Freundschaft, oder? Ich kann realistisch gesehen nicht mit jedem Menschen auf der Welt eine gute und vor allem enge Beziehung führen, jeden mögen. Schon gar nicht kann ich jedem Menschen vertrauen. Der Weltvernetzer ist sich darüber aber sehr wohl im Klaren. Er sagt: „Facebook hilft, mit Leuten in Kontakt zu bleiben, die wir auch im echten Leben kennen. Mehr nicht. Wer glaubt, dass jeder Facebook-Kontakt ein Freund ist, der weiß nicht was Freundschaft bedeutet.“

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Es befinden sich 416 so genannte Freunde in meiner Facebook-Freundesliste. Im wahren Leben würde ich vier Menschen als meine Freunde bezeichnen. Menschen, mit denen ich im engen Kontakt bin, die ich liebe, denen ich vertrauen kann. Menschen, die mir zuhören, mich verstehen, mit mir durch Dick und Dünn gehen. Herzlich verbunden, ja, das sind wir auch irgendwie. Man spürt doch manchmal intuitiv, dass es dem Anderen nicht gut geht, kann sich aber auch mit dem Anderen über Dinge freuen. Man trauert gemeinsam, flucht zusammen, weint vor lachen, nimmt sich in den Arm. Aber das alles ist nicht selbstverständlich.

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Was Zuckerberg sagen will, ist doch, dass es heutzutage so viele Möglichkeiten gibt, um mit Menschen in Kontakt zu bleiben, aber das diese lange keine Garantie dafür sind, dass Freundschaften auch wirklich halten. Freundschaft ist eine Beziehung und an Beziehungen muss man arbeiten. Man muss sich bemühen. Da reicht nicht hier und da mal ein „Gefällt mir“ oder eine WhatsApp-Nachricht. Man muss füreinander da sein, auch wenn man gerade eigentlich keine Lust hat. Freundschaft muss in Waage bleiben. Es kann auf Dauer nicht funktionieren, wenn Einer mehr in die Waagschale legt als der Andere. Dann kommt die Freundschaft aus der Balance und fällt um. Freundschaften können vieles überstehen – auch Entfernungen. Ich war bereits zweimal für eine lange Zeit von meinen Freunden getrennt und viele technische Helferlein haben es uns ermöglicht, problemlos in Kontakt zu bleiben. Dennoch war es viel Arbeit. Man musste sich füreinander Zeit nehmen, damit man sich auf die Entfernung nicht aus den Augen verliert. Man muss etwas dafür tun, damit „Wir werden ganz oft skypen“ keine Floskel bleibt. „Ganz oft“ ist da natürlich auch relativ, aber für mich bedeutet Freundschaft, zu wissen, dass irgendwo auf der Welt Menschen sitzen, denen etwas daran liegt mich zu sehen. Wie auch immer. Und dass sie dafür auch keine Mühen scheuen.

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Nadine

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Freundschaft. Dazu fällt mir so viel zu ein, aber es zu erklären ist schwierig. Sie ist so vielfältig, alle meine Freundschaften haben viel gemeinsam und doch sind sie oft auf ihre einzigartige Weise unterschiedlich.

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Ich finde, eine gute Freundschaft ist wie eine gute Beziehung. Immer ist jemand für mich da. Grade als es mir schlecht ging, habe ich das wieder gemerkt. Eine Nachricht hat gereicht und meine Mädels standen mit Schokolade vor der Tür. Und sie haben so viel besser gemacht, ohne dabei viel zu tun. Sie waren einfach nur da. Sie waren da und haben zugehört und gesprochen, wenn ich keine Worte mehr hatte. Das ist für mich das wichtigste in einer Freundschaft, füreinander da zu sein und zu wissen, dass es jemanden gibt, auf den man sich verlassen kann. Komme was wolle.

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Freundschaft ist wie ein Versprechen. Ein Versprechen, immer eine offene Tür füreinander zu haben, immer ein offenes Ohr, ein ehrliches Wort (ob lieb oder einfach nur ehrlich). Ein Versprechen, die Freundschaft nicht gleich hin zu werfen, wenn man sich mal ziemlich selten sieht oder auch mal zwei Wochen nichts voneinander hört. Denn seien wir mal ehrlich. Es gibt Freundinnen und es gibt die Freundinnen. Ich war nie der Mensch, der unfassbar viele Freunde hatte, einfach weil ich finde, dass auch hier Qualität vor Quantität geht. Aber selbst diese Wenigen haben sich in den letzten Jahren quasi von selbst aussortiert. Nicht wegen großen Streits oder weil sie schlechte Menschen waren, sondern weil es einfach nicht gepasst hat – wie in einer Beziehung eben. Und ich kann mit ziemlicher Sicherheit sagen (ich weiß, sage niemals nie, aber dieses Wort liegt mir hier auf der Zunge), dass es mit den Menschen, die geblieben sind, passt. Woran man das merkt? An dem Gefühl im Herzen. Denn Freundschaft ist auch eine Art von Liebe. Und das Leben hat es mir auch gezeigt. Man hat so viel zusammen erlebt, so viel durchgestanden. Von guten Zeiten, hin zu Streits. Von Freude über Neid. Denn auch hier ist eine gute Freundschaft wie eine gute Beziehung: Man streitet, man ist verschiedener Meinung, man hat manchmal die Nase voll von einander, man will manchmal das, was der andere hat und trotzdem schmeißt man es nicht hin, weil man sich über eine Sache einig ist – die andere Person ist mir wichtig. Ein Geben und Nehmen eben, manchmal gibt der eine mehr, weil der andere nicht mehr kann und manchmal ist es andersrum.

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Neben meiner Familie ist mir Freundschaft das Wichtigste. Weil eben niemand von uns ein Einzelkämpfer ist. Und Freunde helfen uns das Leben, das ja bekanntlich ein Kampf sein kann, zu meistern – und wenn das Leben eher eine Party ist, feiern sie mit uns.

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Line

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3 Gedanken zu “Freundschaft

  1. Eines meiner Lieblingszitate zum Thema: Freundschaft ist wie sich in die Hose machen, jeder kann es sehen, aber nur ich selbst weiß wie warm es sich anfühlt.

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  2. Pingback: Monatsfavoriten Oktober | multiperspektiv

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